Heutzutage kann niemand so richtig sagen, wo die Anfänge des Rezepts der legendären „Gotiņa” zu suchen sind. Viele schriftlichen Geschichtsquellen berichten, dass die erste Produktionsstätte dieser Bonbons im „Lebensmittelkombinat Skrīveri” im Jahre 1957 errichtet worden ist – nachdem, als die Fachleute der Lebensmittelindustrie aus Riga in Zusammenarbeit mit den örtlichen Angestellten auf dem Wege der Experimente ihre Rezeptur und Technologie von „Gotiņa” ausgearbeitet hatten. Doch schon während des ersten Lettischen Freistaates hatte nicht nur eine Wirtin in der berühmten Haushaltsschule Kauzminde die Kunst, Milchbonbons nach ähnlicher Rezeptur zu kochen, erworben. In Vorkriegslettland der
„Gotiņa” ähnliche Bonbons hätte auch die Fabrik „Ķuze” und der Verein der lettischen Milchwirte produziert.
1960 hat mit Segen des Verbrauchervereins der Lettischen SSR auch der Lebensmittelkombinat Saldus angefangen, „Gotiņa” zu produzieren, gerade unser Unternehmen wird als die ältesteste Produktionsstätte von „Gotiņa” in Lettland angesehen, weil es fähig war, in verschiedenen Zeiten zu bestehen, dabei entstehen die Milchbonbons in den alten Räumen, wobei die Hauptprinzipien beachtet werden, die die Grundlage des alten guten Rezepts von „Gotiņa” bilden – frische Milch und natürliche Rohstoffe, als auch die Handarbeit. Nicht umsonst mehrere Jahre nacheinander gerade die in Saldus produzierten Milchbonbons Preise im Wettbewerb der kleinen und mittleren Unternehmen „Made in Latvia” als exportfähigstes Erzeugnis errungen haben.
„In den ersten Jahren haben wir die Bonbons „Gotiņa” in ganz kleinen Mengen produziert- nur für die Bedürfnisse Lettlands, weil damals das Unternehmen auch andere Zweige hatte: Limonadeproduktion, Wurstproduktion, Brotbäckerei, Gemüse und Obst - Beereproduktionshalle. „Gotiņa” haben zwei Menschen gekocht – in gewöhnlichem Topf auf einem Holzherd. Damit die Bonbonmasse nicht am Topfboden anbrannte, musste man sie mit Kochlöffel umrühren,” erinnert sich Austra Nordena, eine langjährige Angestellte des Unternehmens.
In den späteren Jahren haben andere Zweige allmählich ihre Tätigkeit aufgegeben und die Produktion von „Gotiņa” wurde zur Haupttätigkeit des Unternehmens.
„Früher war es so – an einem Tag wurde die Masse von „Gotiņa” zubereitet, am anderen Tag wurden die Bonbons geschnitten und eingewickelt. Jetzt passiert das alles innerhalb eines Tages. Die Zubereitung von „Gotiņa” ging viel langsamer voran, weil es damals keine so moderne Ausrüstung gab – Töpfe und Kühlungstische wie jetzt. Damals wurde in der Produktion von „Gotiņa” Invertsirup verwendet, was an Ort produziert wurde – aus Zucker, Milchsäure und Wasser.”
Die in Lettland produzierten Bonbons „Gotiņa” haben sehr schnell die Popularität in Russland und in anderen Bruderrepubliken erworben, darum wurde die Zahl ihrer Produktionsstätten vergrößert, indem die Produktionshallen der Milchbonbons auch in anderen Lebensmittelkombinaten errichtet wurden.
Der größte Teil der in Saldus hergestellten Produktion kam… in Eisenbahnwaggons – jeden Monat reisten in die Weiten der UdSSR mehrere Zehnte Tonnen der in diesem Unternehmen produzierten Bonbons „Gotiņa”.
„Damals konnten wir ja nicht selbst wählen, für wen und für wen nicht zu produzieren. Auch das Rezept von „Gotiņa” musste man streng beachten – selbst durften wir nichts ändern,” erzählt Austra Nordena. Aber auch in diesen Zeiten war es möglich, „Gotiņa” von „Gotiņa” zu unterscheiden, weil, wie es seit Ewigkeit bekannt ist, dass das Essen, das nach einem und demselben Rezept von zwei Köchinnen zubereitet ist, kann ganz unterschiedlich schmecken, weil jede von ihnen sich im Laufe der Zeit ihre eigenen Tricks angeeignet hat, die fühlbar die Qualität und Nuancen des Geschmacks des Essens beeinflussen. Zum Beispiel, im Rezept von „Gotiņa” ist bestimmt, welche Produkte, wieviel und in welcher Reihenfolge zu verbinden sind, doch es wird nicht erwähnt, dass die Bonbons nicht vorzeitig verzuckern werden, wenn die gekühlte Masse nicht zu viel gehoben und gedehnt werden wird. Dazu werden die Geschmacknuancen von „Gotiņa” von vielen und verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter – von der Art des benutzten Heizmaterials.
Die Erneuerung der Lettischen Unabhängigkeit und die folgenden Veränderungen auf dem Gebiet der Wirtschaft haben die Produktion von „Gotiņa” in Saldus kaum beeinflusst. Auch in den 90-er Jahren, gleich wie in der Sowjetzeit, haben in diesem Unternehmen 120 Angestellte in mehreren Schichten gearbeitet (zur Zeit – 80 Angestellte, 50 von ihnen sind in der Produktionshalle der Bonbons beschäftigt), wobei im Monat sogar bis zu 150 Tonnen Bonbons produziert wurden, die auf dem Markt Russlands realisiert wurden.
Schwere Zeiten hat das Unternehmen Ende der 90-er Jahre durchgemacht, als in Russland die Finanzkrise angefangen hat. Die Zusammenarbeit mit diesem Großstaat hat aufgehört, und der Produktionsumfang hat angefangen, schnell zu sinken. Damals wurden ganz kleine Umfänge nur für die Bedürfnisse des örtlichen Marktes produziert.
Im Jahre 2000, als sich neue Exportmöglichkeiten öffneten, wurde der Produktionsumfang vergrößert, wobei allmählich das Sortiment des Unternehmens erweitert wurde.